Rösler als Ehrenvorsitzender? Werbung für intensive Kooperation mit Landwirten im Kreis Ludwigsburg
Datum: 1.4.2026
Meike Günter, neu gewählte Abgeordnete der Grünen für den Wahlkreis Vaihingen/Enz wird künftig die Koordination der kreisweiten Naturschutztreffen der Grünen von Markus Rösler übernehmen. Dieser hatte in seinen 15 Jahren als Abgeordneter die Aktiven von BUND und NABU, Kreisnaturschutzbeauftragte und Landschaftserhaltungsverband, Schwäbischen Albverein. Landesnaturschutzverband und lokale Initiativen wie die Schutzgemeinschaft Mittleres Enztal rund 20mal zum Experten-Austausch eingeladen.
Günter versprach den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: "Die Treffen werde ich auf jeden Fall weiterführen, wahrscheinlich auch mit wechselnden Veranstaltungsorten im ganzen Kreis Ludwigsburg. Der Naturschutz ist und bleibt ein grünes Kernthema."
Und an Rösler gewandt, sagte Günter: "Das ist auch Dein persönlicher Erfolg langjähriger, intensiver Arbeit sowohl im Land wie hier im Kreis Ludwigsburg. Dazu gehört auch die Finanzierung der Landschaftserhaltungsverbände, aber auch die Unterstützung regionaler Initiativen wie der Initiative Lebenswertes Strohgäu in Schwieberdingen, der Schutzgemeinschaft Mittleres Enztal in Vaihingen oder dem Bündnis von Bauernverband und NABU in Korntal-Münchingen zu Erhaltung der dortigen Ackerflächen. Womöglich wirst Du ja auch mit Deiner bundesweit anerkannten Kompetenz gerne gesehener "Ehrenvorsitzender" dieser Runde."
Rösler wies auf die etwas zögerlichen Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU auf Landesebene hin: "Da wird es bei Klimaschutz und Naturschutz und deren Finanzierung sicher noch schwierige Diskussionen geben, bevor die neuen Regierungsfraktionen den erfolgreichen Ball grüner Umweltpolitik seit 2011 aufnehmen werden. Dazu gehören die Verringerung von Flächenversiegelung, die nochmals verstärkte Stärkung des Bio-Landbaus, der Schutz und und die Vermarktung von Streuobst, eine wenigstens Recht und Gesetz entsprechende Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen und damit auch eine verbesserte Ökokonto-Verordnung. Auch sollten wie im grünen Wahlprogramm vorgeschlagen Schutzgebiete nach Naturschutzrecht endlich auch in die Zuständigkeit des für Naturschutz zuständigen Umweltministeriums überführt werden - damit auch Naturparke wie der Naturpark Stromberg-Heuchelberg.
Die Diskussion im Kreise der Naturschutz-Fachleute griff die gesamte Bandbreite gerade auch für den Kreis Ludwigsburg relevanter Themen auf von Wildkatzen und Biotopverbund zwischen Oberstenfeld und Sachsenheim samt Hauskatzenkastration über Wolf und Herdenschutz, den geplanten Ausbau der B 10 in Vaihingen-Enzweihingen bis zur geplanten Planungsbeschleunigung des Bundes. In deren Kontext solle, warnte Rösler, von CDU/CSU und SPD die absoluten Mindeststandards der Beteiligung gerade auch ehrenamtlicher Arbeit wie die Verbandsklage abgeschafft werden. "Dabei dienen Verbandsklagen der Umweltverbände nur dem Ziel, zu überprüfen, ob Behörden in Deutschland Recht und Gesetz eingehalten werden. Wer damit ein Problem hat, hat auch ein Demokratieproblem und versucht, die wichtige EU-Aarhus-Konvention auszuhöhlen", monierte Rösler.
Nicht zuletzt gings auch um Geld - kein Wunder, da Rösler als Mitglied im Finanzausschuss seit 2011 und AK-Vorsitzender Finanzen der Grünen seit 2021 die Haushaltsverhandlungen mitgeführt hatte. Der Markgröninger NABU-Vorsitzende Helmut Schäfer, zeitgleich SPD-Gemeinderat, forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen, denn davon profitiere auch der Naturschutz vor Ort. Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Kreis Ludwigsburg (LEV) wies darauf hin, dass bereits 27 der 39 Kreisgemeinden Biotopverbund planen oder umsetzen. Wegen der erfreulich hohen Anzahl an Anträgen gäbe es aber trotz der bundesweit einmaligen Vervierfachung der Naturschutzgelder in Baden-Württemberg seit 2011 derzeit nicht genügend Fördergelder. Er setze daher sehr darauf, dass die Grünen ihr Wahlprogramm mit einer weiteren Erhöhung der Naturschutzmittel umsetzen könnten. Rösler wies darauf hin, das Baden-Württemberg im Ländervergleich nachweislich die meisten Gelder an seine Kommunen weitergebe. Dazu gehörten auch 100 Mio. Euro aus den "Sonderschulden" des Bundes für die blaugrüne Infrastruktur, also Gewässer- und Biotopverbund. "Das habe ich da persönlich reinverhandelt", merkte der Naturschutz- und Finanzpolitiker an.
Abschließend warb Rösler nochmals eindringlich für eine möglichst enge Kooperation mit den Landwirten im Kreis Ludwigsburg. "Ihr müssed mid dene gud zammaschaffa, sonsch wird des nix mit mehr Feldlerchen und Rebhühnern", betonte der bekennende Dialekt-Fan und Sprecher einer überparteilichen Parlamentariergruppe Dialekt.