Datum: 12.1.2026
„Dialekt als wertvoller Bestandteil der kulturellen Identität und Beispiel für sprachliche Vielfalt“ ist nun auch im Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für Einrichtungen der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege verankert. Dies teilte das Staatsministerium Baden-Württemberg auf eine Anfrage der Parlamentariergruppe Dialekt im Landtag mit. Der Parlamentariergruppe Dialekt gehören 66 amtierende und 24 ehemalige Landtagsabgeordnete von Grünen, CDU, SPD und FDP an. Sprecher sind Dr. Markus Rösler (Grüne), Willi Stächele (CDU), Andreas Kenner (SPD) und Jochen Haußmann (FDP).
„Wir freuen uns gemeinsam darüber, dass im Kultusministerium auch die Umsetzung der in den Bildungsplänen erwähnten Stärkung des Themas Dialekt läuft: Die Lehrkräfte erhalten über das Ludwig Uhland-Institut (LUI) der Universität Tübingen ein Webportal „Dialekt und Du“, in dem Hintergrundwissen und Materialien zum Thema Dialekt zur Verfügung gestellt werden. Damit sind wir auch im Vergleich der Bundesländer Vorbild. Wir werden den bisher losen Austausch mit Abgeordneten anderer Landtage intensivieren, um uns auch bundesweit zu vernetzen“, so Markus Rösler.
„Die stetig steigende Nachfrage nach dem bewährten Projekt „Mundart in der Schule“, das seit 2025 von dem von uns initiierten Dachverband der Dialekte BW (DDDBW) betreut wird, zeigt uns: Dialekte und Mundarten sind wieder gefragt, auch bei jüngeren Menschen. Das ist auch notwendig, um die Dialekte lebendig zu halten. Die finanzielle Unterstützung dieses Erfolgsprojektes durch das Land ist auch uns weiterhin ein wichtiges Anliegen“, betont Willi Stächele.
„Auch die erste grenzüberschreitende Mundartmesse „Dialecta_26 - Mundart verbindet“ des DDDBW vom 26. bis 28. Juni 2026 anlässlich der Heimattage in Oberkirch bestärkt uns darin, unsere Aktivitäten im Landtag weiterzuführen. Bei dieser Mundartmesse wird es in Kooperation insbesondere mit Dialekt-Aktiven aus dem Elsass Musik, Lesungen, Workshops und wissenschaftliche Beiträge geben – also eine große Bandbreite an Angeboten für alle Interessierten“, freut sich Andreas Kenner.
„Die Gesellschaft wandelt sich: Streaming-Dienste ändern nicht nur unsere Hörgewohnheiten, sondern den gesamten Audiomarkt. Nischenbereiche im Bereich der Dialekte sind besonders betroffen. Bei der notwendigen Neuregelung der Vergütung und Entlohnung in diesem Bereich sowie der Schaffung von Kostentransparenz werden wir uns auf der zuständigen Bundesebene dafür einsetzen, dass die Kulturschaffenden im Dialektbereich berücksichtigt werden und als Kulturgut auch im digitalen Raum erhalten bleiben“, so Jochen Haußmann.
„Gemeinsam werden wir uns darüber hinaus dafür einsetzen, dass unsere Parlamentariergruppe auch in der nächsten Legislatur aktiv bleibt“, so Rösler, Stächele, Kenner und Haußmann.
Den erwähnten Antrag und die Stellungnahme des Staatsministeriums zur Förderung der Dialekte in Baden-Württemberg finden Sie unter der Drucksache 17/9965.