11.09.2018

Einblick in soziale Dienste - zu Gast bei Pflegeservice Zeller

„Vor dem Hintergrund der aktuellen demografischen Entwicklungen wird die Arbeit der Pflegedienste immer wichtiger. Pflege ist ein zentrales Thema für die Zukunft der Gesellschaft und eine relevante Aufgabe für die gesamte Bevölkerung“, meint der Landtagsabgeordnete Markus Rösler (Grüne). „Danke, dass sie das machen“, drückte er seine Wertschätzung aus.

Rösler ergriff die Möglichkeit, im Rahmen der jährlichen Praktikumsaktion des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) einen Einblick in die Arbeit eines Pflegedienstes zu bekommen. So war Rösler zu Besuch beim ambulanten Pflegedienst Zeller GmbH in Vaihingen an der Enz, wo er mit der Geschäftsführerin Ingrid Zeller, der Pflegedienstleiterin Nadine Kaag und der bpa-Landesbeauftragten Sandra Schmidt über aktuelle Herausforderungen der Branche sprach.  

„Die Arbeit an der Front kann nicht so gemacht werden, wie man sie erfüllen möchte“ beklagt Zeller. Das Hauptproblem im Bereich der ambulanten Pflege sei die viele Bürokratie, welche zu wenig Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Patienten und Patientinnen lasse. Beispielsweise umfasse – je nachdem welche Leistungen in Anspruch genommen werden – die Abrechnung für nur eine Patientin bis zu 14 Blätter pro Monat, wie Kaag bemerkt. „Das Problem ist die Zeit“, stimmt auch die Kundin Frau Hahn aus Sersheim zu. Aufgrund der seit Jahren zunehmenden Bürokratie haben die Mitarbeiter immer weniger Zeit. „Ausgerechnet das Wichtigste in der Pflege und Betreuung, nämlich der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch bleibt immer mehr auf der Strecke“, stellt Rösler fest, der selbst schon praktische Erfahrungen mit der Pflege von Angehörigen gemacht hat. Auch stellen sich die Krankenkassen beim Thema Erstattung oft quer. „Beispielsweise kommen die Krankenkassen immer wieder auf die Idee, dass doch die Nachbarn spritzen könnten und lehnen eine vom Arzt verordnete Insulininjektion ab, obwohl dies nicht der Rechtslage entspricht“, so Schmidt.  

Weiterhin kam das Thema ausländische Pflegekräfte in Deutschland in Privathaushalten zur Sprache. „Die Pflegedienste müssen strenge Anforderungen erfüllen und werden diesbezüglich auch kontrolliert während die in den Familien beschäftigten Pflegekräfte keinerlei Kontrolle unterliegen“, bemängelt Zeller. So wird eine Einrichtung bestraft, wenn sie entgegen den vertraglichen Vereinbarungen ungelernte Kräfte einsetzt, aber eine Familie kann einstellen wen sie möchte.  

Die Entlastung von Bürokratie und die flexiblere Handhabung sind für Zeller fast relevanter als das ebenso wichtige Thema Bezahlung. Vor allem vor dem Hintergrund des drohenden Pflegekräftemangels sind diese Aspekte für die Gewinnung von Auszubildenden und die Motivation der im Pflegebereich arbeitenden Menschen zentral. Ein von allen Gesprächsteilnehmern unterstützter Vorschlag war es, das Kontrollintervall des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung bei Pflegediensten mit guten Ergebnissen zu verlängern. So gäbe es auch mehr Ressourcen, um beispielsweise die Qualität der Pflege in den Privathaushalten zu prüfen.  

Im Anschluss an das Gespräch besuchte Rösler Herrn und Frau Hahn in Sersheim. Frau Hahn, eine Kundin von Zeller, ist seit drei Jahren auf ihren Rollstuhl angewiesen und wird täglich von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Zeller GmbH betreut. Sie führte ihm unter anderem ihr neues von der Kasse mitfinanziertes Scalamobil vor, mit dem sie trotz Rollstuhl Hindernisse wie die Treppe bewältigen kann. Beispiele wie Frau Hahn zeigen, wie wichtig es ist, dass die Kranken- und Pflegekassen unbürokratisch unterstützen.

>>>> zur Pressemitteilung vom 11.09.2018

URL:http://markusroesler.de/mein-wahlkreis/sersheim/sersheim-single/article/einblick_in_soziale_dienste_zu_gast_bei_pflegeservice_zeller_in_vaihingenenz/