26.01.2018

Resolution der Länder-Grünen zum Umgang mit dem Wolf

Wir Grüne unterstützen Schaf-, Ziegen- und Rinderhalter auf vielfältige Weise, zumal sie wichtige Partner im Naturschutz sind. Naturverträgliche Weidehaltung ist aber nur möglich, wenn die Nutztierhalter stärker als bisher unterstützt und vor dem Wolf geschützt werden.

Die naturschutz- und jagdpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Grünen in den Landesparlamenten haben ein Positionspapier zum Umgang mit dem Wolf verabschiedet. Insgesamt unterzeichneten 14 der naturschutzpolitischen und 13 der jagdpolitischen Sprecherinnen und Sprecher in den 14 Landtagen, in denen wir Grüne vertreten sind, das Papier „Wölfe in Deutschland“. Diese Position resultiert aus den Treffen der naturschutzpolitischen Sprecher/innen der Landtage, die ich vor über fünf Jahren initiierte und seither koordiniere.

Unnötig gedeckelte Fördergelder ("EU-de-minimis-Regelung"), unnötige Bürokratie ("Brutto-Netto-Flächenberechnung" bei Landschaftspflegeprogrammen), eine auf Haushunde ausgerichtete Tierschutzhundeverordnung auf Bundesebene, die zumal ausgerechnet bei uns in Baden-Württemberg von der Tierschutzbeauftragten völlig sinnwidrig interpretiert wird (ihr ganzes Leben im Freien lebende Herdenschutzhunde werden eingeschätzt als wären es Schoßhunde, die geheizte Hütten brauchen und nicht mit Elektrozäunen umgehen können), schwierige Wollevermarktung ("falsche" Definition von Wolle auf Bundesebene), zu niedrige Preise für Lammfleisch, Konkurrenz mit konventionellen Landwirten um Flächen und Wanderwege, mangelnde Unterstützung durch Kommunen bei Verpachtung von Grundstücken und Bau von Nachtpferchen oder Ställen: Die Liste ist lang, wie Nutztierhalter jenseits erforderlicher Unterstützung beim Herdenschutz gegen Wölfe unterstützt werden (können und sollen).

Und falls ein Wolf mal tatsächlich nicht "normal" sein sollte und aggressiv gegenüber Menschen (gab es bei inzwischen über 600 Wölfen in Deutschland in knapp 20 Jahren kein einziges Mal) oder Wiederholungstäter beim Überspringen von guten Elektrozäunen sein sollte: Dann gibt es § 45 (7) im Bundesnaturschutzgesetz, auf dessen Basis schon Braunbär Bruno in Bayern und der Wolf "Kurti" in Niedersachsen abgeschossen wurde. Die von der FDP sowie teils von AfD und CDU geforderte Übernahme ins Jagdrecht wäre völlig sinnlos, da sie in solchen Fällen für eine Verkomplizierung der Abläufe sorgen, mehr Bürokratie schaffen und den Abschuss damit eher verzögern würde!

>>> Zur Resolution der Länder-Grünen zum Umgang mit dem Wolf

URL:http://markusroesler.de/landespolitik/wolf/wolf-single/article/resolution_der_laender_gruenen_zum_umgang_mit_dem_wolf/